Lebensabriss

1873 22. März   Geburt in Chemnitz als viertes Kind des Kaufmanns Robert Caspari und seiner Ehefrau Sophie, geb. Kuhn.
1883 Erkrankung des Vaters und Geschäftsaufgabe. Übersiedlung der Familie nach Frankenberg (bis 1886, danach wieder in Chemnitz).
1888  Tod des Vaters.
1894/95 Tätigkeit als Hauslehrerin auf dem Rittergut Bösenbrunn im Vogtland. Erste Malarbeiten für ein Chemnitzer Kunstgewerbegeschäft.
1894 Übersiedlung nach Dresden, wo der älteste Bruder der Mutter,  Richard Kuhn (1840 – 1910), der zuvor auch Bürgermeister in Frankenberg gewesen war, seit 1885 als besoldeter Stadtrat u. a. zuständig für das Krankenpfleg- und Armenwesen  war.
1895/98 Ausbildung in Dresden als Zeichenlehrerin.
1897 Erkrankung an der Basedowschen Krankheit, an der sie über 20 Jahre litt. Dadurch wurde die Berufstätigkeit als Zeichenlehrerin unmöglich.
1902 Erste Postkarten. Zeichenversuche auf dem Krankenlager, Idee für ein Bilderbuch unter Verwendung von erzgebirgischem Spielzeug.
1903 Erscheinen des ersten Kinderbuches „Das Lebende Spielzeug“. Von nun an fast jährlich Herausgabe neuer Bücher sowie weiterer Druckwerke.
1904 Aus gesundheitlichen Gründen Umzug nach Dresden-Bühlau; Beteiligung mit  Applikationen an einer Kunstgewerbeausstellung im Grassi-Museum Leipzig.
1905 Druck der ersten Wandfriese.
1906 Erscheinen von „Kinderhumor für Auge und Ohr“, damit Beginn der  Zusammenarbeit mit dem Maler-Bruder Walter C. (1869–1913) und dem  Alfred-Hahn-Verlag Leipzig.
1907 „Lustiges Kleinkinderbuch“ erscheint als erstes Zeugnis für den typischen „Casparibuch-Stil“, Beginn der ständigen Zusammenarbeit mit dem Textautor Adolf Holst (1867-1945).
1913 Tod des Bruders Walter Caspari.
1914 Übersiedlung mit Mutter und Schwester nach Dresden-Klotzsche; unermüdliche Zeichen- und Malarbeit, unterbrochen durch einige Erholungsreisen und Kuraufenthalte; auch Annahme von „ungeliebten“ Aufträgen, um den gemeinsamen Lebensunterhalt zu sichern.
1927 Ausschmückung eines Kinderheimes in Dittersbach (Jetrichovice)/Böhm. Schweiz mit Wandbildern und Glasfenstern
1943 Verlust aller Vorlagen und Druckplatten durch die Zerstörung des Gebäudes vom Hahn-Verlag bei einem Bombenangriff auf Leipzig
1945 Übersiedlung nach Lößnitz/Erzgeb., Verlust der Wohnung in Klotzsche samt Inventar einschließlich der Skizzen und Manuskripte.
1948  Erkrankung in Lößnitz und Tod am 7. Juni in Dresden

Werk: Über 50 eigene Bücher, über 20 Titel mit kleineren illustrativen Beiträgen, Wandbilder, Lehrtafeln, Stundenpläne, Postkarten, Adventskalender, freie Arbeiten, Jahreskalender, Spiele, Werbemarken, Entwürfe für Porzellanfiguren.

Ausstellungen: Klotzsche (1950), München (1973), Bad Pyrmont (1993/94), Dresden: Museum für Sächsische Volkskunst (1994), Leipzig (1995), Stendal (1995/96), Chemnitz (1996), Mittweida (1996/97), Großenhain (1997/98), Dohna (1998), Berlin (1998), Hanau-Wilhelmsbad (2004/05), Dresden: Staats- und Universitätsbibliothek (2008), Tetenbüll/Schleswig-Holstein (2008)

Literatur:
1. Ries, Hans: Illustration und Illustratoren des Kinder- und Jugendbuchs
    im deutschsprachigen Raum 1871 – 1914. – Osnabrück: Wenner, 1992.
    S. 463-465.
2. Neubert, Wolfgang: Gertrud Caspari : Die Bibliographie der Bücher und
    anderer bildnerischer Arbeiten. - Rudolstadt: burgart-presse, 1994.
    121 S. m. zahlr. Abb.
    Darin auch: Andreas Bode: Gertrud Casparis Beitrag zur  Kinderbuch-
                        illustration und seine Wirkung. S. 9-17
                        Gertraud Müller [geb. Meise]: Gertrud Caspari. Ein Lebens-
                         Bild in Briefen. S.19-31
3. Bode, Andreas: Gertrud Caspari. In: Kinder- und Jugendliteratur. Ein
    Lexikon. Meiningen, 1995 ff. 3. Erg.-Lieferung 1997.
4. „Kinderwelt – heile Welt? Die Dresdner Kinderbuchillustratorin Gertrud
    Caspari“ . -  Online-Katalog zur Ausstellung im Buchmuseum der Sächsischen
    Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden vom 22. Februar
    bis 25. Mai 2008 unter www.deutschefotothek.de/info/caspari.html#lhome